Schmerz-Therapie Mnchen
Praxis fr Ausleitungs- und Regenerationsverfahren

 

Milch macht sexy – aber nur wenn man sie verträgt…

 

Laktose-Intoleranz – ein Problem unserer Zeit?

Ein immer mehr verbreitetes Phänomen ist bei vielen Menschen die Unverträglichkeit von Milchzucker, die Laktose-Intoleranz. Daneben gibt es natürlich noch eine Reihe weiterer Unverträglichkeiten, z. B. Fruktose- oder Histamin-Intoleranz. Alle mit steigender Tendenz, doch ich möchte mich hier auf die Laktose-Intoleranz konzentrieren.

Verwechselt wird eine Unverträglichkeit oft mit einer Allergie. Doch was ist der Unterschied? 

Allergie: Hier reagiert das Immunsystem überzogen mit einer „Bekämpfungsreaktion“ auf einen Stoff in der Nahrung, der für gesunde Menschen völlig harmlos ist. Die Folgen können unter Umständen lebensbedrohlich sein.   

Nahrungsmittelunverträglichkeit:  Hier hingegen  funktioniert  der Transport einer bestimmten Substanz oder ein für die Verdauung erforderliches Enzym nicht oder nicht richtig. Somit kann die aufgenommene Nahrung nicht richtig verdaut/aufgespalten werden, was zu entsprechenden Symptomen führt, da die unverdaute Nahrung im Darm bleibt. Das Immunsystem ist  hier, im Gegensatz zur Allergie, außen vor.  Nahrungsmittelunverträglichkeiten treten wesentlich häufiger auf, als echte Allergien. 

-       Histamin-Unverträglichkeit: Histamin ist ein Gewebshormon, welches im Körper vorhanden ist und bei allergischen Reaktionen zum Einsatz kommt. Es ist aber auch in vielen Lebensmitteln enthalten. Die Intoleranz von Histamin ist die Unfähigkeit des Körpers, das aufgenommene Histamin wieder abzubauen, weil das dazu nötige Enzym im Darm fehlt. Symptome können meist Unverträglichkeit vieler Nahrungsmittel  sein sowie Durchfälle, Bauchkrämpfe, Blähungen und Wassereinlagerungen. 

-       Laktose-Unverträglichkeit:  ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, bei der es durch das fehlende Enzym Lactase nicht zur Aufspaltung des Milchzuckers in Glukose und Galaktose sowie deren Aufnahme über die Darmschleimhaut kommt. Somit verbleibt der Milchzucker im Darm und bindet Wasser, was die bekannten Durchfälle zur Folge hat. Außerdem vergären Darmbakterien den verbleibenden Milchzucker. Dies führt zu Blähungen und weiterer Schädigung der Darmschleimhaut.

Sucht man nach Therapiemöglichkeiten, wird meist das Weglassen der entsprechenden Nahrungsmittel oder eine Substitution des fehlenden Enzyms Lactase als Lösung vorgeschlagen.

Doch dauerhaft alle Milchprodukte zu meiden ist sowohl schwierig als auch nicht unbedingt zielführend, da Milchprodukte auch wertvolle Nährstoffe enthalten. Und eine dauerhafte Einnahme des fehlenden Enzyms setzt nicht an der Ursache an. Denn kaum einer kommt mit diesem Problem zur Welt, da Muttermilch in der Regel von den meisten Kindern vertragen wird und mit ca 7% Milchzucker viel mehr davon enthält, als tierische Milch. Sie ist genau auf Babys Bedürfnisse abgestimmt und wird ganz natürlich vom Körper der Mutter extra für das Kind hergestellt.  Später beginnen dann die meisten Kinder mit Kuhmilch und anderen Milchprodukten. Und auch sonst gleicht sich selbstverständlich die Ernährung immer mehr der von Erwachsenen an.

Ein wirklich angeborener Lactase-Mangel ist relativ selten, denn die Milchwirtschaft in Europa gibt es schon seit mehreren tausend Jahren, sodass sich der menschliche Körper in der Regel darauf eingestellt hat. Eine Unverträglichkeit entwickelt sich dann im Laufe des Lebens, was im Umkehrschluss bedeutet, dass es Einflüsse gegeben haben muss, die dazu führten. Meist zeigen sich irgendwann plötzlich Symptome  wie Blähungen, Bauchkrämpfe, Durchfälle, Hautausschläge. Oft kommen noch einige unspezifische Befindlichkeiten, wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche hinzu.  Symptome können bereits in der Kindheit auftreten, aber auch erst viel später. In der Regel wird dann nach einer Leidenszeit der Ratlosigkeit und Suche auf Laktose-Intoleranz und eventuell noch andere Lebensmittel positiv getestet.  

Und was bedeutet das jetzt?  

Zunächst bedeutet es einen Mangel des Enzyms Lactase, welches den Milchzucker spaltet, um ihn resorbierbar zu machen. Dieses Enzym wird normalerweise von den Bakterien, die am Bürstensaum der Dünndarmzotten sitzen, ganz natürlich hergestellt. Fehlt dieses Enzym, ist das also ein Hinweis darauf, dass die Darmflora insoweit gestört ist, dass es diese Bakterien nicht oder nicht in der erforderlichen Menge gibt oder deren Funktion durch andere Einwirkungen eingeschränkt ist. 

Als Ursachen einer aus dem Gleichgewicht geratenen Darmflora können z.B. in Frage kommen: 

-  virale Darmerkrankungen – meist lange zurückliegend und nicht ausgeheilt 

-  Darmparasiten, Darmpilze

Impfschäden

-  Nahrungsgifte wie Konservierungs-/ Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Nitrite

- denaturierte Lebensmittel

-  gestörter Lymph- und Blutfluss an den Bauchorganen als Transportsysteme

-  längerdauernde Medikamenteneinnahme, wie Antibiotika und Cortison

 

Wie kann hierauf reagiert werden? 

Zunächst einmal können Milchprodukte weggelassen werden. Doch als Dauerzustand, gerade für Kinder, ist dies nicht zu empfehlen, denn auch Milchprodukte enthalten wertvolle und wichtige Nährstoffe.

Weit verbreitet ist neuerdings die Einnahme des fehlenden Enzyms. Das ist natürlich eine einfache und schnelle Lösung, doch setzt diese nicht an der Ursache an. Der Darm ist ein zentrales Organ für die Aufnahme von Nährstoffen, die Ausscheidung von Schlacken, Giften und Abfallprodukten sowie der Sitz des größten Teils unseres Immunsystems. Belässt man also ein vorhandenes Ungleichgewicht im Darm, geht man damit langfristig das Risiko weiterer und später eventuell auch schwerwiegender und chronischer Erkrankungen ein. 

Aus dieser Sicht macht es Sinn, sich des Problems genauer anzunehmen und dem Darm die Möglichkeit zu geben, wieder in seine optimale Situation zurückzufinden. Damit kann nicht nur die Unverträglichkeit behoben, sondern auch weiteren ungünstigen gesundheitlichen Entwicklungen zum Beispiel Allergien, Heuschnupfen und hoher Infekt-Anfälligkeit  begegnet werden. 

Welche Möglichkeiten bieten sich hier? 

Zunächst wäre ein einkreisen der infrage kommenden Ursachen wichtig. Welche Erkrankungen, Ereignisse und welches Essverhalten könnten die Darmflora gestört haben?

Kristallisieren sich hier zum Beispiel einige der oben genannten Ursachen heraus kann man zunächst versuchen, ob sich der Darm von selbst erholt, indem man zeitlich befristet für 4 - 6 Wochen alle Milchprodukte meidet und sie danach schrittweise wieder einführt. Nach diesen 4 Wochen beginnt man zum Beispiel mit Kefir und Butter, danach Quark und Naturjoghurt und zuletzt Milch und Käse. Man beginnt bei der Wiedereinführung im Grunde mit den Milchprodukten, die am wenigsten verarbeitet sind.  In der Phase des Weglassens bieten sich parallel eine Darmreinigung und ein Wiederaufbau der Darmflora an. 

Reicht das nicht aus oder kommen aus der Vergangenheit nicht ausgeheilte Erkrankungen oder Medikamenteneinnahmen infrage, wäre hier eine Ausheilung der Infekte bzw. Ausleitung der toxischen Substanzen unter therapeutischer Anleitung wichtig.  Auch hier beginnt alles im Idealfall mit einer Reinigung des Darmes, um ihn von alten Belastungen zu befreien. Bewährt hat sich hier als sanfte und schnelle Methode die Colon-Hydro-Therapie.  Begleitend und danach können homöopathische Mittel als Konstitutionsmittel,  zur Regeneration der Darmschleimhaut und Verbesserung der Durchblutung zum Einsatz kommen.  Und es werden die physiologischen Darmbakterien für eine optimale Neubesiedelung wieder zugeführt. 

Der langfristig wichtigste Punkt ist natürlich generell die Frage der Ernährung. Was können hier die wichtigsten Regeln sein? 

1.    Weglassen von denaturierter Nahrung, Fertigprodukten etc. Je mehr ein Lebensmittel verarbeitet wurde, umso wertloser und gefährlicher ist es für den Körper und stört dessen natürliches Gleichgewicht. 

2.    Lebensmittel aus biologischem Anbau sollten bevorzugt werden, um die Aufnahme von Pestiziden zu meiden. 

3.    Die richtigen Fette: ein ausgewogenes Verhältnis von Omega 3 und 6 ist für die Haut und die Schleimhäute essentiell. Aber auch ein Fett wie Kokosöl verdient nähre Betrachtung. Denn Kokosöl enthält wichtige Fettsäuren, die denen der Muttermilch am ähnlichsten sind. Und Muttermilch verträgt, wie oben beschrieben,  in der Regel jedes Kind. Da bei uns Kokosöl nicht so verbreitet ist, könnte hierin vielleicht ein Schlüssel zu Unverträglichkeiten liegen. Denn diese Fettsäuren nehmen wir nach der Muttermilch anderswo nicht mehr in dieser Zusammensetzung und Menge auf.  Vermieden werden  sollten auf jeden Fall gehärtete Fette (Transfette). Diese sind beispielsweise in Margarinen, Schokoladen-Aufstrichen, aber auch in billigen Brat- und Frittierölen.

Sind sie in letzterem noch nicht enthalten, entstehen sie meist, wenn Pflanzenöle stark erhitzt werden. Transfette sind gefährlich, da sie toxisch wirken und sich an den Gefäßwänden absetzen können. Auch hier hat Kokosöl einen weiteren Vorteil: es darf erhitzt und zum Braten und Backen genommen werden, denn es ist extrem hitzestabil und produziert KEINE Transfette. Auch andere Kokosprodukte, wie Kokosmilch können ersatzweise oder gemischt mit Milchprodukten ausprobiert werden. Sie schmecken sehr lecker, weshalb auch die meisten Kinder den Kokosgeschmack mögen,  ersparen zusätzliches Süßen, sind  gleichzeitig ein gesundes Lebensmittel und lassen sich im Alltag mit vielen anderen Lebensmitteln kombinieren. 

4.    Zucker: auch diese Substanz sollte möglichst wenig auf dem Speiseplan stehen. Denn auch die ständige Verstoffwechselung  von Zucker stört eine gesunde Darmflora und kann z.B. zur Pilzbesiedelung führen. 

5.    Kauen: das ist ein sehr wichtiger Punkt,  gerade bei Rohkost, sollte aber generell beherzigt werden. Die ersten Verdauungsvorgänge beginnen im Mund. Je weniger gekaut ein Lebensmittel in den Verdauungstrakt gelangt, umso schwieriger ist die nachfolgende Verarbeitung. Halbverdaute Nahrung kann im Darm zu Gärungs- und Fäulnisprozessen führen, was wiederum die Darmflora zerstört. 

6.    Wasser: eine ausreichende Trinkmenge (Wasser und Kräutertee) gehört ebenso zu einer gesunden Ernährung und ist lebenswichtig für alle Stoffwechselprozesse. 

Es gibt also allein aus der Ernährung heraus eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die jeder selbst in der Hand hat und die sich einfach umsetzen lassen. Bekommt der Darm die Möglichkeit, sich von Belastungen zu befreien, sich zu regenerieren und zu stärken, spricht normalerweise nichts dagegen, dass er auch von selbst wieder alle nötigen Verdauungsenzyme herstellt. Das betrifft natürlich nicht nur die Lactase, sondern auch andere Enzyme, z.B. für den Abbau von Histamin. Ein gesunder Darm ist das Zentrum einer geregelten Verdauung, guter Verträglichkeit gesunder Lebensmittel und eines stabilen Immunsystems.

Aus dieser Sicht sollte bei Unverträglichkeiten und unklaren Verdauungsbeschwerden im Interesse der eigenen Gesundheit etwas genauer hingeschaut werden. Denn eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora hat langfristig viel weitreichendere Folgen auf den gesamten Körper, als nur ein paar Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln. 

Haben Sie Fragen zu diesem Thema oder andere gesundheitliche Anliegen? Dann kontaktieren Sie mich gerne hier.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihre Anke Neumann-Roß 

                                                                                                                                                                       « zurück