Auge und Gewebe

Behalten Sie den Durchblick – Naturheilkunde für gesunde Augen

Während sich andere Lebewesen vorwiegend über Geruchs- oder Tastsinn orientieren, ist dieser Sinn beim Menschen in erster Linie das Auge. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um ein Hohlorgan mit mehreren Kammern, die mit Flüssigkeiten gefüllt sind. Das einfallende Licht muss ungehindert durch Pupille und Linse fallen und auf den Augenhintergrund treffen, um klare, scharfe Sicht zu haben. Der Sehnerv leitet die Informationen dann weiter zum Gehirn, wo das eigentliche Bild entsteht. Für einen ungehinderten Weg des Lichts ist es unabdingbar, dass die Flüssigkeiten in den Kammern klar und ungetrübt sind. Gleichzeitig muss die Versorgung vieler Zellen und Gewebe des Auges nur durch Diffusion erfolgen, da ansonsten dort verlaufende Blut- und Lymphgefäße buchstäblich die Sicht verdecken würden.

Bildquelle: Kuratorium Gutes Sehen e.V.

Wie ernährt man das Auge richtig?

Um also sowohl die Versorgung des Auges als auch den Abtransport von Stoffwechselprodukten reibungslos zu gewährleisten, braucht es zu allererst ausreichend Wasser. Aber auch die richtigen Nährstoffe, die alle Gewebe des Auges optimal ernähren, sind unabdingbar. Im Vordergrund stehen hierbei bestimmte Substanzen aus Gemüse und Obst sowie Samen und Nüssen. Wertvolle ungesättigte Öle aus Lein, Raps und Olive ergänzen das Nahrungsspektrum. Nur in Maßen sollten Mehlprodukte, Milcherzeugnisse und Fleisch konsumiert werden. Am allerwenigsten verarbeitete Produkte wie Wurst. Warum? Diese sind meist unverträglich und erzeugen stille Entzündungen im Darm, die wiederum die Fließsysteme belasten. Das wichtigste Fließsystem zur Versorgung bindegewebiger Strukturen, ist das Lymphsystem. Bei der Überlastung durch entzündliche Abbauprodukte kommt dieses ins Stocken und wird eher gel-artig. Dieser Stau verhindert ein regelrechtes Fließen und damit sind sowohl Ver- als auch Entsorgung der Augenzellen gefährdet. Ein wahrer Jungbrunnen für die Augen sind vor allem Farbstoffe aus der Gruppe der Carotinoide und Flavonoide. Sie wirken antioxidativ, reduzieren Streulicht, absorbieren kurzwelliges blaues Licht und schützen so die Makula. Außerdem reduzieren sie Entzündungen und stabilisieren die Membran. Sie sind besonders wichtig, denn ihnen verdankt die Netzhautmitte ihre gelbe Farbe als so genannter „gelber Fleck“.

Als allererstes in unserem Leben finden sich diese Nährstoffe in der Muttermilch. Später sind besonders dunkelgrüne Nahrungsmittel wie Grünkohl, Spinat, Mangold, oder Brokkoli Lieferanten für Carotinoide. Dagegen stellen dunkle blau-schwarze Früchte wie Brombeeren, Holunderbeeren oder Aronia wertvolle Anthocyane zur Verfügung.

In diesem Zusammenhang spielt nicht nur die Aufnahme der richtigen Nahrung, sondern auch deren regelrechte Verstoffwechselung durch die Verdauungsenzyme eine wichtige Rolle. Alles beginnt mit langem, intensivem Kauen. Dieser Prozess setzt die Ausschüttung der Verdauungssäfte in Gang und zerkleinert die Nahrung bestmöglich, was die Verdauung erleichtert. Ein zweiter wichtiger Aspekt ist die Tätigkeit der Kaumuskulatur bei ausgiebigen Kaubewegungen. Der Kaumuskel ist nämlich besonders wichtig für die Durchblutung und einen regen Stoffwechsel der gesamten Augenregion.

Ein dritter, ebenso wichtiger Punkt ist die Aufnahme von Bitterstoffen. Diese gesunden und äußerst effektiven Verdauungshelfer sind teilweise in Gemüse und Kräutern enthalten, werden aber durch Neuzüchtungen immer mehr entfernt. Es lohnt sich daher, zu fertigen Bitterstoffmischungen in Form von Tropfen oder Pulvern zu greifen, die vor dem Essen eingenommen werden. Aber auch der Löwenzahn oder Rucola aus dem Garten liefern sofort ordentlich Bitterstoffe.

Welche Rolle spielt die Leber für das Auge?

Und hier kommen wir gleich zu einem wichtigen Organ, das sich ganz besonders über Bitterstoffe freut – die Leber. Sie produziert die Galle für die Fettverdauung. Die Leber empfängt unter anderem das Blut aus dem Darm und erhält hierüber viele resorbierte Nährstoffe, die sie weiter umbaut und die Abfallstoffe über die Galle entgiftet. Finden sich also im Darm durch Fäulnisprozesse vermehrt Gärungsgase und Entzündungsprodukte, so schwächt das auch die Leber. Aus der TCM kennt man den Zusammenhang, dass die Leber über den Verlauf des Gallenblasenmeridians im Kopfbereich energetisch die Augen nährt und unterstützt. Eine Überlastung der Verdauung und der Leber wirkt sich auf das gesamte Gewebe aus und lässt sie Fließsysteme im Körper, vor allem die Lymphe, erstarren. Das betrifft natürlich auch das Bindegewebe des Auges. Hier insbesondere eine wichtige Membran zwischen der Aderhaut und der Netzhaut. Sie ist für den Austausch von Nährstoffen und Flüssigkeit zuständig. Ändert sich die Eiweißzusammensetzung der Membran, verklebt diese oder kommt es zu Ablagerungen, weil die Durchblutung der Aderhaut gestört ist, können schwere Sehstörungen die Folge sein. Dies findet man dann im  klassischen Bild der altersbedingten Makuladegeneration (AMD).

Worauf ist sonst noch zu achten?

Natürlich funktionieren Durchblutung und Lymphfluss der Augen nicht unabhängig vom restlichen Körper. Ein kontinuierlicher Zu- und Rückfluss zum restlichen Körper muss gewährleistet sein. Doch gerade hier stellen wir in der Praxis oft starke Schulter-Nacken-Verspannungen, blockierte Hals- und Brustwirbel fest. Auch diese Situationen führen zu einem Stau zwischen Kopf und Körper und verhindern so die regelrecht Versorgung der Augen- bzw. ganzen Kopfregion.

Was bietet die Naturheilkunde bei Augenerkrankungen?

Neben der oben geschilderten Versorgung mit ausreichend klarem, stillem Wasser und den richtigen Nährstoffen über einen gesunden Darm empfehlen wir natürlich Bitterstoffe.  Auch ein regelmäßig durchgeführter Leberwickel unterstützt wunderbar unser größtes Entgiftungsorgan. Desweiteren gibt es einige naturheilkundliche Mittel, die individuell eingesetzt werden, um die Durchblutung und den Stoffwechsel im Auge anzukurbeln und das gesamte Bindegewebe zu entlasten. Weitere, so genannte Organmittel, können helfen, dass sich einzelne Gewebe der Augen wieder regenerieren. Eine wichtige Aminosäure für die Elastizität der Gefäße ist z.B. Arginin. Auch Vitamin B3 ist lt. aktueller Untersuchungen sehr wichtig für die Nervenzellen des Auges. Es zeigte sich, dass Patienten mit Glaukom, also „grünem Star“ einen stark erniedrigten B3-Spiegel hatten. Stieg dieser, ließ der Augeninnendruck nach und die Sehfähigkeit konnte sich bessern. Wird dies zusätzlich flankiert von aus- und ableitenden Behandlungen wie  Baunscheidtieren, Schröpfen und Massage im Schulter-Nacken-Bereich und dem lösen blockierter Wirbel, gibt es gute Chancen, die Sehfähigkeit lang zu erhalten oder bereits fortgeschrittene Erkrankungen zu stoppen oder gar zu verbessern. Es lohnt sich also, bereits prophylaktisch aber auch bei schon vorhandenen Erkrankungen natürliche Wege zu beschreiten, um dieses so wichtige Sinnesorgan zu schützen und in jedem Fall den Durchblick zu behalten.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema, zu Ihrer Ernährung oder andere gesundheitliche Anliegen? Dann kontaktieren Sie mich gerne hier.

Es grüßt Sie herzlich,

Ihre Anke Neumann-Roß

Das Auge ist zweifelsohne eines der wichtigsten Sinnesorgane des Menschen – umso größer sind meist die Einschränkungen im Alltag, wenn dieses Organ erkrankt. Doch in der Regel ist nicht nur das Auge, sondern der ganze Stoffwechsel betroffen. Dies eröffnet vielversprechende Behandlungsoptionen in der Naturheilkunde.